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Wertvolle Bauten 11/12

Eine geglückte Zusammenarbeit

Südost-Ansicht. Fotos nach der Sanierung: Jürg Stauffer, Langenthal

SANIERUNG EHEMALIGE KÜFEREI IN HERZOGENBUCHSEE IN ZWEI ETAPPEN

Die Geschichte des Objekts
Das Wohnhaus mit Küferei-Werkstatt wurde im Jahr 1880 erbaut und im Laufe der Zeit mehrmals ohne grosse strukturelle Eingriffe instand gestellt. Die heutigen Eigentümer fanden somit einen der wenigen praktisch unverändert erhaltenen spätklassizistischen Satteldachbauten im Bahnhofquartier vor. Seit der umfassenden Innensanierung des Wohnbereichs im Jahr 2010 bewohnen sie den südlichen Hausteil. Die ehemalige Werkstatt wird heute teils als Wohnraum, teils als Lagerraum genutzt. Im Sommer 2020 wurde als zweite Bauetappe die Aussenhüllensanierung realisiert.

Ein wertvolles Gebäude
Die Arbeit des Berner Heimatschutzes führt die Bauberatenden oft an Objekte, welche sowohl ausserhalb der Baugesetzgebung umgebaut und unsensibel verändert als auch infolge unpassender Nutzungsansprüche substanziell überstrapaziert werden. Zudem stossen sie, trotz grosser Offenheit für sich verändernde Verhältnisse, mit ihren Anliegen häufig auf Unverständnis. Bei der ehemaligen Küferei war jedoch glücklicherweise ausgesprochen viel Verständnis und Freude an den historischen Werten vorhanden.

Besondere Herausforderungen
Zwischen den zwei Ausführungsetappen wurde das Gebäude infolge der Bauinventarreduktion, resultierend aus politischen Forderungen, von der Stufe «schützenswert» auf «erhaltenswert» zurückgestuft. Somit ging es von der kantonalen Denkmalpflege in das Zuständigkeitsgebiet des Berner Heimatschutzes über.

Lösungsweg für die Erhaltung
Ungewohnt früh traf die Anfrage um eine Baubegleitung beim Berner Heimatschutz ein. Die Eigentümer waren neugierig, aufmerksam, kooperativ und gewillt, die Arbeiten mit Sorgfalt und Rücksicht auf die historischen Werte fortzuführen. Durch die Rückstufung konnten Beiträge, die von der kantonalen Denkmalpflege für die Aussensanierung in Aussicht gestellt wurden, nicht mehr in gleichem Umfang zugesprochen werden. Die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Berner Heimatschutz ermöglichte es jedoch, einen Teil des Mehraufwandes durch Vermittlung von Lotteriefondsbeiträgen erfolgreich auszugleichen.

Das Resultat ist gelungen und überzeugt
Mit einem Blick in die Vergangenheit und einem in die Zukunft sind die Bauberatenden des Berner Heimatschutzes unter den sich stetig ändernden Vorgaben immer darauf bedacht, situativ und objektbezogen zu reagieren. Die kontinuierliche Weiterführung der zeitlich auseinanderliegenden Sanierungen unter veränderten Zuständigkeiten betrachten wir bei diesem Gebäude als Ganzem stimmig, zusammenhängend und gelungen.

Petra Burkhard Schneeberger

Ort Herzogenbuchsee
Schutzstufe erhaltenswert
Bauvorhaben 1. Etappe 2010: Innensanierung, 2. Etappe 2020: Sanierung Aussenhülle
Bauzeit 2. Etappe: 6 Monate
Bauherrschaft privat
Weiteres Der Berner Heimatschutz unterstützte das Projekt mit der Vermittlung von Fördergeldern aus dem Lotteriefonds

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Nordost-Ansicht. Bild anklicken zum Vergrössern.
Südwest-Ansicht. Bild anklicken zum Vergrössern.
Ostfassade. Bild anklicken zum Vergrössern.
Südfassade. Bild anklicken zum Vergrössern.
Westfassade vor der Sanierung. Bild anklicken zum Vergrössern. Foto: Bauherrschaft
Ostfassade vor der Sanierung. Bild anklicken zum Vergrössern. Foto: Bauherrschaft